Angehende Juristen werden von ihren Strafrecht-Dozenten vor der so genannten “Sausack-Theorie” gewarnt. Heißt konkret: Auch wenn man einem unsympathischen Angeklagten einen Nasenstüber gönnt, ist letztlich allein und ausschließlich maßgebend, ob er einen Straftatbestand erfüllt hat oder nicht. Angesichts der Reaktionen auf die Einstellung des Mannesmann-Prozesses sollten die Strafrechtler ihren Fundus um eine “Geldsack-Theorie” erweitern. weiter …
Archive für November, 2006
Nicht nur im Internet, sondern auch in der Sphäre der alten Medien gehört “Web 2.0” seit Monaten (spätestens seit der Übernahme von YouTube durch Google) zu den beliebtesten buzzwords. Gerne fordern Wirtschaftsjournalisten in ihren Leitartikeln, dass sich die Medienhäuser auf die jüngsten Entwicklungen im Netz einstellen müssen. Interessant dabei ist der zu beobachtende performative Widerspruch, soll heißen: Ausgerechnet die Tages- und Wochenpresse fordert Avantgarde - ist selbst aber zutiefst anachronistisch aufgestellt, weil sie nicht einmal ihre Hausaufgaben im Web 1.0 erledigt hat. weiter …
An dieser Stelle muss einmal eine Lanze für die Deutsche Börse gebrochen werden. Immer hacken die Journalisten auf de Frankfurtern herum – weil weder die Londoner Stock Exchange noch die Mehrländerbörse Euronext mit den Hessen anbandeln wollten. Doch im Eifer des überkritischen Gefechts haben die Kollegen einen entscheidenden Schritt der Deutschen Börse jenseits der Landesgrenzen vollkommen übersehen. Denn gerade haben die Frankfurter eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die es in sich hat. weiter …
Mit Mordsgeschäften kennt Rupert Murdoch sich aus, er macht ja beinahe täglich welche. Das geplante Buch “If I did it” (“Wenn ich es getan hätte”) von OJ Simpson wäre sicherlich auch eines geworden. Doch Murdoch scheint sein bisher so sicherer Killerinstinkt im Stich gelassen zu haben. weiter …
Vor einem Monat haben Analysten gnadenlos auf das Schwächeln der Suchmaschine Yahoo reagiert. Kaum hatte das Unternehmen für die zurückliegenden 3 Monate einen Gewinneinbruch von einem Drittel (auf 158 Mio Dollar) vermeldet, stuften die Wertpapierexperten die Aktie von “outperform” auf “market perform” herab. Um die Aktionäre milde zu stimmen, räumte Yahoo-Chef Terry Semel zwar ein, dass er mit den Ergebnissen des 3. Quartals unzufrieden sei – stellte aber die Einführung des neuen Systems zur Werbeschaltung „Panama“ in Aussicht, mit dem mittelfristig „bedeutsame finanzielle Fortschritte“ für die Ertragsstärke seines Unternehmens erzielt werden könnten. weiter …
Verkehrte Welt: Während die CDU unter Anleitung von Jürgen Rüttgers über ihr soziales Profil streitet (hier eine bissige Zusammenfassung von faz.net umwirbt die SPD die Wirtschaft. Dass SPD-Chef Kurt Beck einen eher unternehmerfreundlichen Kurs einschlagen würde, war ja schon bei seiner Wahl zu erwarten. Schließlich hat der Mann in Rheinland-Pfalz jahrelang problemlos mit der FDP regiert. “Beck Business” statt “Beck to the roots” lautet seit Monaten die Devise in der SPD. Doch das “Impulspapier” führender Sozialdemokraten, das jetzt dem Handelsblatt in die Redaktion geflattert ist, hält doch dicke Überraschungen bereit. weiter …
Viele Bewohner des Val del Zoldo in den italienischen Dolomiten arbeiten nur 8 Monate im Jahr und leben nicht einmal schlecht davon. Aber die Sache hat einen Haken: Ihr Arbeitsplatz ist weit weg von zuhause. Die Rede ist von den 3000 italienischen Besitzern von Eisdielen in Deutschland, die fast alle aus der Gegend um das Dolomiten-Tal kommen. Der WDR zeigt heute eine Dokumentation über eine der ältesten grenzüberschreitenden Dienstleistungen Europas. weiter …
Endlich sinken die Arbeitslosenzahlen wieder, wenn auch vorerst nur leicht. Ein später Triumph für den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (Foto: SPD)? Von Politikern und Kommentatoren hört man immer wieder, dass die Hartz IV-Reformen allmählich Wirkung zeigten. weiter …
Der Blick in die heutigen Wirtschafteile der Zeitungen (siehe unsere Presseschau) dokumentiert, wie sich die Journalisten von Handelsblatt & Co. mit Telekom-Berichten nach dem Motto “Die Masse macht’s” duellieren. Seitenweise hinterfragen die Zeitungen den Abgang von Kai-Uwe Ricke, legen die Finger in die Wunden der Telekom und fragen nach der Perspektive des drittelstaatlichen Konzerns unter der Führung von René Obermann. Und die anderen? Sorgt das Revirement an der Telekom-Spitze auch im Ausland für Schlagzeilen? weiter …



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