Der Preis der Arroganz

Der Blick in die heutigen Wirtschafteile der Zeitungen (siehe unsere Presseschau) dokumentiert, wie sich die Journalisten von Handelsblatt & Co. mit Telekom-Berichten nach dem Motto “Die Masse macht’s” duellieren. Seitenweise hinterfragen die Zeitungen den Abgang von Kai-Uwe Ricke, legen die Finger in die Wunden der Telekom und fragen nach der Perspektive des drittelstaatlichen Konzerns unter der Führung von René Obermann. Und die anderen? Sorgt das Revirement an der Telekom-Spitze auch im Ausland für Schlagzeilen?
Eine Suche nach “Telekom” und “Obermann” bei Google-News ergibt über 700 Resultate. Hier eine Auswahl der Stimmen:
businessweek.com: Für den Autor Jack Ewing ist die schwierigste Aufgabe von Obermann, die Mentalität im früheren Staatskonzern zu ändern – man sei bislang langsamer als die Wettbewerber und zögerlicher bei der Einführung von Innovationen wie beispielsweise kombinierten Mobil- und Festnetztarifen gewesen. Deshalb seien zu hohe Erwartungen an den neuen T-Chef falsch.
chron.com (Houston Chronicle): Deutsche Chefs müssen die Axt fürchten, schreibt Mark Landler und zitiert einen Analysten: “Es ist viel einfacher geworden, deinen Job als Nummer 1 einer deutschen Firma zu verlieren.” Heutzutage müsse man als Diplomat agieren zwischen konfligierenden Gruppen wie Aktionären, Arbeitnehmern und Chefetage. Diese komplexe Balance habe Ricke nicht herstellen können.
business.timesonline.co.uk: Klare Worte findet die Autorin Elizabeth Judge (Name ist Programm) für die Fehler der Telekom: Die Arroganz gegenüber den flinken Wettbewerbern habe Ricke den Job gekostet. Zu spät habe die Telekom beispielsweise auf die Initiativen von E-Plus reagiert – die Tochter der niederländischen KPN habe mit einer Serie von neuen Marken (z.B. “Base“) den Mobilfunkmarkt binnen 2 Jahren umgekrempelt.

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