Gerhard kann nichts dafür

Endlich sinken die Arbeitslosenzahlen wieder, wenn auch vorerst nur leicht. Ein später Triumph für den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (Foto: SPD)? Von Politikern und Kommentatoren hört man immer wieder, dass die Hartz IV-Reformen allmählich Wirkung zeigten.

In der Financial Times erklärt heute der Kolumnist und ehemalige Chefredakteur Wolfgang Münchau in einer lesenswerten Kolumne ohne jede Polemik, warum das Unsinn ist: Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit ist eine Folge des beginnenden Wirtschaftsaufschwungs – gegen das strukturelle Problem der steigenden Sockelarbeitslosigkeit hat Gerhard Schröder nichts ausgerichtet. Ein erfolgreicher Reform-Kanzler wäre Schröder vielleicht geworden, wenn er im Boom-Jahr 2000 entschlossen Reformen angepackt hätte. So aber reichte es in Krise nach 2003 nur noch zu Aktionismus.

Aber wenn die Arbeitslosigkeit jetzt weiter sinken sollte, wird man die These vom späten Erfolg des Reform-Kanzlers noch oft hören. Und daran wird leider weder Wolfgang Münchau noch dieser Blog-Eintrag etwas ändern können.

David Wengenroth

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