Alles so schön Bond hier

Nach dem erfolgreichen Start des Kino-Krachers “Casino Royal” ist James Bond in aller Munde (hier ein Videobericht von der Deutschland-Premiere bei ftd.de). Auch jenseits der Leinwand spielt der Geheimagent Ihrer Majestät seit vielen Jahren eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben.

Dabei trat Bond in der Regel als festverzinsliches Wertpapier oder als Vertragsklausel in Erscheinung. Weitsichtigen Analysten begegnete er darüber hinaus als Investment- oder Hedgebond, allerdings meistens, wenn sie ihre Lesebrille vergessen hatten.

In letzter Zeit mehren sich jedoch die Anzeichen, dass der Doppelnull-Agenten schon seit längerem wesentlich engere Beziehungen zur deutschen Wirtschaft unterhält als bisher bekannt. So sollen Bonds Vorgesetzter Q und sein taiwanesischer Vetter Ben in die Pleite der ehemaligen Siemens-Handy-Sparte verwickelt sein. Eine weitere Spur führt nach Wolfsburg. Der potente Agente habe in der Vergangenheit Betriebsräte von VW im Umgang mit Girls geschult haben, munkelt man im Umfeld von VW. Für diese Vermutung spricht, dass die Arbeitnehmervertreter es bis zu ihrer Enttarnung ganz schön bond getrieben haben sollen.

Vor diesem Hintergrund wird auch verständlich, warum in Deutschlands Chefetagen mit immer härteren Bondagen gekämpft wird. Beobachter fürchten jetzt, dass sich in Zukunft immer mehr Spitzenmanager als Doppelnullen entpuppen könnten.

David Wengenroth

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