Mit der Beschäftigung in Deutschland geht es angeblich wieder aufwärts. Merkt man davon eigentlich was? ecolot.de zieht auf der Basis der Wirtschaftsberichterstattung die Job-Bilanz der Woche. An diesem Freitag sie nicht sehr hoffnungsvoll aus.
Beschäftigungstechnisch begann die Woche direkt mit einem Tiefschlag: Bei der RAG-Bergbautochter Deutsche Steinkohle (DSK) sind die Jobs von bis zu bis zu 3000 Bergleuten in Gefahr, weil die Kohle-Subventionen nicht ausreichen (siehe ecolot.presseschau vom 22.1.2007).
Am Dienstag legte direkt der US-Pharmazeut Pfizer nach, der bis Ende 2008 weltweit 10.000 Stellen streichen will. Bei dieser Gelegenheit wies das Handelsblatt darauf hin, dass auch die deutschen Pharmafirmen 2007 Arbeitsplätze streichen werden — besonders im Außendienst, in der Forschung und Verwaltung. Nebenbei: Pfizer hat durchaus keine finanziellen Probleme (Umsatz 2006: 37,2 Mrd Euro, Reingewinn 14,7 Mrd Euro), macht sich aber Sorgen um seine Zukunft. (siehe ecolot.presseschau vom 23.1.2007).
Am Mittwoch war dann zu erfahren, wie viele Stellen Pfizer in Deutschland streichen will: Laut FAZ sollen 760 der bislang 5200 Mitarbeiter gehen. Ein Werk in Feucht bei Nürnberg mit rund 400 Mitarbeitern wird dicht gemacht, darüber hinaus fallen 320 weitere Jobs im Innen- und Außendienst weg (siehe ecolot.presseschau vom 24.1.2007)
Am gleichen Tag berichtet das Handelsblatt von der Pleite des Autozulieferers ISE. Die Jobs von 2800 Mitarbeitern sind in Gefahr (ecolot.presseschau vom 24.1.2007).
Und immer noch am Mittwoch im ecolot.news-update: Die Sparkassen prüfen einen Stellenabbau unbekannter Größenordnung. Grund: Wegen der zunehmenden Konkurrenz durch Direktbanken und den Margenverfall im Firmenkundengeschäft rechnen die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute im laufenden Jahr mit einem Gewinnrückgang.
Und wo bleibt das Positive? Im Bereich der Spekulation und der Vergangenheit. Am Donnerstag meldet u.a. die FAZ, dass der Handelsriese Rewe 1,2 Mrd Euro ausgeben will, um 140 neue Supermärkte aufzumachen und 60 bestehende Filialen deutlich zu vergrößern. Man darf wohl vermuten, dass dabei der eine oder andere Arbeitsplatz entstehen wird (FAZ-Bericht in der ecolot.presseschau vom 25.1.2007).
Heute poliert das Handelsblatt die Bilanz dann wenigstens noch durch den Hinweis auf, dass der TÜV Rheinland in den vergangenen 4 Jahren 3000 neue Jobs geschaffen hat, davon ein Viertel in D (ecolot.presseschau von heute).
Fazit: In dieser Woche steht das ecolot.job-o-meter nicht gerade auf “Galoppierender Beschäftigungsaufbau”.
David Wengenroth
PS: Hoffnung für kommende ecolot.job-o-meter-Ausgaben schürt das Handelsblatt: Private-Equity-Firmen wollen ihr Image aufpolieren, damit die Geschäfte weiterhin florieren. Besonders die Nummer 1, Kohlberg Kravis Roberts (KKR, beherrscht 35 Unternehmen mit 540.000 Mitarbeitern), wolle das Image des rauen Firmenjägers abstreifen. Seit kurzem gebe KKR sogar Beschäftigungsgarantien für übernommene Firmen ab und lobe die Mitbestimmung (ecolot.presseschau vom 23.1.2007). Na, wenn das keine Hoffnung macht!



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