ecolot.job-o-meter: Schwarz-grüner Donnerstag

Die meisten Leute wissen heute gar nicht mehr, dass man den Donnerstag vor Karfreitag traditionell “Gründonnerstag” nennt. Die Mitarbeiter des Versicherungsriesen Axa dürfte dieser Tag aber ohnehin eher als “Schwarzer Donnerstag” in Erinnerung bleiben. Die Zeitungen melden, dass der Konzern 1200 Stellen abbauen will – über 10% seiner Belegschaft.

Immerhin: Betriebsbedingte Kündigungen will Axa vermeiden. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, treibt das Management nicht in erster Linie Menschenliebe zu diesem Zugeständnis: Der Konzern will sich nicht eine ebenso blutige Nase zu holen wie der Wettbewerber Allianz, der nach Bekanntwerden seiner Jobabbau-Pläne wochenlang am Pranger stand.

In der gleichen Ausgabe meldet die Süddeutsche, dass auch der Kabelanbieter Kabel Deutschland 200 Stellen abklemmt.

Den lautesten Misston im Konzert der schlechten vorösterlichen Nachrichten hat bereits am Mittwoch der niederländische Post- und Expresskonzern TNT NV geliefert. Wie die FAZ berichtet, will der hinter der Deutschen Post zweitgrößte Expressdienstleister in Europa 2010 bis zu 7000 Stellen abbauen, 12% der im Postbereich beschäftigten 58.000 Mitarbeiter.

Im sonnigen Spanien wird das Osterfest heuer auch nicht schöner eingeläutet: Aus Madrid meldet das Handelsblatt, dass der defizitäre spanische Automobilhersteller Seat sich mit den Gewerkschaften geeinigt habe, in den kommenden 3 Jahren 10% der Stellen (1600 von rund 15.400 Jobs) zu streichen. Seat leide unter dem enormen Preisdruck aus Asien und hat Ende 2005 bereits 700 Arbeitsplätze abgebaut.

Die FTD stellte in dieser Woche übrigens die Forderungen der Deutschen Telekom in den anstehenden Verhandlungen mit Verdi vor. Demnach sollen Beschäftigte in Callcentern der Festnetzsparte T-Com künftig mit einer rund 40% niedrigeren Jahresvergütung starten, außerdem solle die Arbeitszeit von 34 auf mindestens 38 Stunden verlängert werden.

Das Feilschen über die Zukunft jener 50.000 Telekom-Mitarbeiter, die in Billiglohn-Töchter verschoben werden sollen, wurde in dieser Woche erst einmal ergebnislos vertagt. Wie die Süddeutsche berichtet, wird Mitte April weiter verhandelt.

David Wengenroth

PS: Frohe Ostern!

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