Gastbeitrag: Blog sells

Was zeichnet gute Corporate Blogs aus? Die Zahl der Corporate Blogs steigt auch in Deutschland ständig. Wir haben hierzulande derzeit mindestens 2.000 Blogs im Unternehmensumfeld. Dennoch zeigt sich an deren Qualität, dass es den Unternehmen nicht immer leicht fällt, ein spannendes redaktionelles Konzept konsequent zu verfolgen.

In vielen Fällen wollen die Unternehmen einfach nur ihre bisherigen Marketingaktivitäten fortschreiben, ohne etwas Grundsätzliches an der Unternehmenskommunikaton zu verändern. An direkte Online-Dialoge mit ihren Kunden denken hierbei nur wenige. Oftmals stellt das neue Corporate Blog nur eine simple Erweiterung der bisherigen Website dar, die dazu dienen soll, die eigenen Produkte und Angebote bekannt zu machen. Die Kundenkommunikation wird hierbei eher vernachlässigt bzw. ist gar nicht als solche erwünscht, weil sie viel Zeit und Ressourcen erforderlich macht. Viele Unternehmen wollen sich nicht auf das Corporate Blogging einlassen, weil sie befürchten, dass es negative Reaktionen geben könnte, auf die sie reagieren müssten. Hierbei wird übersehen, dass bereits heute Viele über ihre Unternehmen bloggen.

Wer in seinem Blog jedoch nur über sein Unternehmen und seine Services bloggt und dabei überhaupt nicht auf die Informations- oder Unterhaltungsbedürfnisse seiner Leser eingeht, darf sich nicht wundern, wenn seine Blogaktivitäten nicht von Erfolg gekrönt sind und nach einiger Zeit auf dem Blogfriedhof landen. Eine Kundenbindung via Blogging – “Blog-CRM” – sieht völlig anders aus.

Es ist sicherlich nicht leicht, immer die “richtigen” Blogthemen ausfindig zu machen. Aber wer bereits nach wenigen Monaten sein Corporate Blog wieder aufgibt, hat vielleicht von vornherein falsche Erwartungen an das Business Bloggen gehegt. In einigen Fällen mögen sich Blogs für Kampagnen durchaus eignen (Politik, Events, Entertainment etc.), doch in der Regel entfalten Blogs ihre ganze Wirkung in der Aufmerksamkeitsökonomie erst nach einer gewissen Zeit. Schließlich müssen auch die Unternehmensblogger erst einmal ihren Bloglesern beweisen, dass sie diese Aufmerksamkeit verdienen. Darüber können auch kurzfristige Erfolge von Promi-Blogs nicht hinwegtäuschen. Es führt kein automatischer Weg in die RSS-Feeds und in die privaten Bookmarks der Anwender. Dazu muss sich (auch) ein Unternehmen erst einmal die Glaubwürdigkeit mit guten Inhalten und Ideen verdienen.

Verzichten Sie deshalb lieber auf die Vorstellung ihrer vielen Dienstleistungen und Produkte, die nicht unbedingt einen Anreiz für Kommentare darstellen. Bauchläden sind weder schön anzuschauen, noch diskursfähig. Stattdessen sollten Sie eher den Service-Gedanken beherzigen und überlegen, was Sie Ihren Lesern mit Ihren Inhalten und Links Gutes tun können, damit diese Sie regelmäßig in Ihrer Kommunikationszentrale besuchen kommen. Je kompetenter Sie hierbei auftreten, je weniger Sie Ihre Angebote nachgerade in den Markt zu drücken versuchen, desto leichter fällt dem einen oder anderen Online-Besucher Ihres Corporate Blogs auch eine Link-, Lese- und “Kaufentscheidung” zu Ihren Gunsten.

Ein Corporate Blog ist mehr als ein Nice-to-Have-Spielzeug, das dazu dient, dem Geschäftspartner zu zeigen, wie hipp man mit seinem Blog ist, weil man den Trend der Zeit erkannt hat. Stattdessen sollte das Corporate Blog Teil einer umfassenden Kommunikationsstrategie sein. Je klarer die damit verbundenen Ziele formuliert werden, desto einfacher wird es sein, die eigenen Erfolge zu überprüfen und Anerkennung in der Bloggerwelt zu erhalten.

Wer mit dem Bloggen erfolgreich sein will, von dem wird eine große Offenheit abverlangt und die Bereitschaft, sich tatsächlich auf die Bedürfnisse der Kunden einzulassen. Wenn sich niemand oder zu wenige Mitarbeiter eines Unternehmens darum kümmern, scheitert ein Corporate Blog sehr schnell wieder.

Corporate Blogs sind am ehesten erfolgreich, wenn sie
1.die Online-Besucher immer wieder zur Interaktion aufrufen,
2.Meinungen zulassen, aber nicht zensieren,
3.auf Kommentare im Blog und außerhalb eingehen,
4.genügend personelle Ressourcen für den Betrieb aufweisen,
5.von der Unternehmenskommunikation strategisch gesehen werden,
6.glaubwürdig und offen für die Kundenkommunikation genutzt werden,
7.auf dem Ende der One-Voice-Policy im Unternehmen beruhen,
8.von eigenen Corporate Evangelists (Unternehmensbotschafter) gepflegt werden,
9.zur Kontaktpflege mit Influencern genutzt werden und
10.auf einer offenen Unternehmenskultur basieren.

Klaus Eck, PR Blogger

Links:
Top 100 Business Blogs
pr-blogger.de

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