ecolot.de guckt sich um in der großen bunten Wirtschaftswelt und schaut dahin, wo der Blick der Wirtschaftspresse selten hinfällt. Diesmal blicken wir mit der Budapester Zeitung angewidert in Supermarktregale. Aus dem Pester Lloyd erfahren wir, was die Sparmaßnahmen der ungarischen Regierung auf dem Automarkt anrichten und dass jeder 10. Ungar ein Unternehmer ist.Mit den Feinheiten des Ungarischen hat die ecolot.de-Redaktion so ihre Schwierigkeiten, aber zum Glück gibt es in dem sympathischen kleinen Land deutschsprachige Zeitungen:
> Einem im Wortsinne unappetitlichen Thema widmet sich die Budapester Zeitung: In Ungarn häufen sich die Lebensmittelskandale. “Die vergangenen Wochen waren geprägt von Berichten über ungarische Supermärkte, in deren Regalen sich neu verpackte Lebensmittel mit abgelaufenem Verfallsdatum, verschimmelter Käse und gefälschter Honig stapeln”, schreibt das Blatt aus Budapest. Schlimmer noch: In den vergangenen Wochen entdeckte die Polizei illegale Schlachthöfe und “mehr als einem Dutzend illegaler Fabriken, in denen Wodka aus Scheibenwischerflüssigkeit hergestellt wurde”.
> Von langen Gesichtern im ungarischen Autohandel http://www.pesterlloyd.net/Archiv/2007_28/0729automarkt/0729automarkt.html der Pester Lloyd: Im ersten Halbjahr 2007 sei der Neuwagenmarkt um 12% eingebrochen. Verantwortlich für den Einbruch seien vor allem die Sparmaßnahmen von Premierminister Ferenc Gyurcsany. Ein Blick auf die einzelnen Fahrzeugkategorien zeige eindeutig, welche Bevölkerungsgruppen davon am härtesten betroffen seien: “Auf einem Gesamtmarkt, der sich im Halbjahr deutlich von der Hunderttausend entfernt hat, wurden über 10.000 Kleinwagen weniger verkauft als noch im I. Halbjahr 2006″, analysiert der Lloyd. Luxuskarossen seien dagegen im gleichen Zeitraum “wie warme Semmeln über den Ladentisch” gegangen. Marktführer blieb trotz einem Absatzminus von 17% Suzuki, gefolgt von Opel (-9%) und Ford (-7%).
> In einem langen Interview mit dem Pester Lloyd erklärt der Budapester Commerbank-Chef András Kozma, eines der zentralen Probleme der ungarischen Wirtschaft sei das Fehlen eines funktionsfähigen Mittelstands. “Jeder zehnte Einwohner betreibt ein Unternehmen, was in diesem kleinen Land mit seinem relativ bescheidenen Inlandsprodukt nicht gerechtfertigt ist.” Die Masse dieser Mikrofirmen belaste durch schlechte Zahlungsmoral, Steuerprellerei und ständigen Preisdruck die Entwicklung der gesamten Wirtschaft. Ein Beispiel sei die Baubranche: “In Österreich gibt es 8.000 Baufirmen, in Ungarn bei geringerem Ausstoß zehnmal so viel. So zerstören 80.000 überflüssige Firmen bei uns das Geschäft jener 8.000, die auf einem bereinigten Markt funktionieren würden.”



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