Was geht ab in Argentinien?

ecolot.de guckt sich um in der großen bunten Wirtschaftswelt und schaut dahin, wo der Blick der Wirtschaftspresse selten hinfällt. Diesmal lesen wir im deutschsprachigen Argentinischen Tageblatt, wie Siemens nach fast 30 Jahren einen Auftrag wiederbekommt und warum einem Shell-Manager wegen Dieselknappheit Gefängnis droht. Außerdem beobachten wir, wie die Lastwagenfahrergewerkschaft mit harten Bandagen kämpft – gegen andere Gewerkschaften.> Nach einem mittlerweile fast 30-jährigen Hin und Her soll der deutsche Elektro-Konzern Siemens nun doch endlich das Atomkraftwerk Atucha II fertig bauen. Das Argentinische Tageblatt erzählt in seiner aktuellen Ausgabe die lange Geschichte des Projekts: Bereits 1980 war der Auftrag an Siemens vergeben worden. Da der Regierung das Geld ausging, kamen die Arbeiten aber schon nach vier Jahren zum Erliegen. Jetzt habe sich Planungsminister Julio de Vido mit Konzernvertretern über die technologischen Aspekte der Fertigstellung geeinigt. “Siemens ist in letzter Zeit sehr stark in Argentinien eingestiegen”, schreibt das Tageblatt. So baue der Konzern zur Zeit zwei Wärmekraftwerke und werde wahrscheinlich den Zuschlag für den Bau weiterer Kraftwerke erhalten (Seite 5).

> Ärger hat dagegen der Ölriese Shell: Der argentinische Binnenhandelssekretär G. Moreno habe gegen den Multi eine Klage wegen Verletzung des Energieversorgungsgesetzes eingereicht und die Verhaftung des Präsidenten von Shell Argentinien, Juan José Aranguren, gefordert. Grund: Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Nachfrage nach Dieseltreibstoff nicht zu befriedigen. Da die lokale Shell-Raffinerie voll ausgelastet sei, habe es aber auch gar keine Möglichkeit, mehr Treibstoff zu produzieren. “Es ist fraglich, ob das Versorgungsgesetz aus dem Jahr 1974, das schon weitgehend (aber nicht ganz) außer Kraft gesetzt worden ist, dem Vorgehen von Moreno eine rechtliche Grundlage verleiht”, schreibt das Tageblatt. “Angesehene Juristen sind der Meinung, es sei auf alle Fälle verfassungswidrig.” (Seite 6)

> Mit harten Bandagen kämpft die Gewerkschaft der Lastwagenfahrer um neue Mitglieder. Mit Straßensperren will die von Hugo Moyano und seinem Sohn Pablo geführte Organisation erzwingen, dass ihr die Arbeiter, die in Supermärkten Waren in Empfang nehmen, “übertragen” werden, berichtet das Tageblatt. Bisher gehörten diese Arbeiter der Gewerkschaft der Handelsangestellten an. Deren Chef Armando Cavalieri habe sich mit einem Dutzend anderer Gewerkschaftler getroffen, denen die Moyanos ebenfalls Mitglieder abnehmen wollen, um eine gemeinsame Abwehrstrategie zu erarbeiten (Seite 6).

Hier gibt’s die komplette Ausgabe des Argentinischen Tageblatts zum Download als PDF.

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