ecolot.de guckt sich um in der großen bunten Wirtschaftswelt und schaut dahin, wo der Blick der Wirtschaftspresse selten hinfällt. Diesmal widmen wir uns der israelischen Wirtschaft, die im Gegensatz zur israelischen Politik nicht jeden Abend in der Tagesschau vorkommt. Mit dem israelischen Wirtschaftsblatt Globes freuen wir uns über die optimistischen Prognosen der Bank of Israel und mit der Jerusalem Post über den Misserfolg von Sheldon Adelson. Außerdem drehen wir mit 5 Jahre alten Dieselautos die letzten Runden durch Tel Aviv.> Mit optimistischen Prognosen erfreut die Bank of Israel die Leser der israelischen Wirtschaftszeitung Globes (hier der Bericht): Die Wirtschaft des Landes werde 2007 um 5,5% wachsen (nach 5,2% im vergangenen Jahr) und damit sogar noch höher ausfallen als ursprünglich vorhergesagt. Die Arbeitmarktdaten des zweiten Quartals zeigten einen leichten Anstieg der Beschäftigtenzahlen bei leichtem Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Auch die US-Hypothekenkrise verdirbt Israels Zentralbankern nicht die gute Laune: Derzeit schienen ihre Auswirkungen auf die Weltwirtschaft “negativ aber begrenzt” zu sein.
> “Ich habe es 18 Jahre lang versucht, und ich habe aufgegeben”, zitiert Kommentator Pinchas Landau in der Jerusalem Post den Geschäftsmann Sheldon Adelson, der Israels erstes Spielcasino eröffnen wollte. “Wie bei verhinderten Israel-Investoren üblich, gibt Adelson der Regierung die Schuld für das Scheitern seiner Pläne”, schreibt Landau und meint, damit könne der Geschäftsmann durchaus recht haben. Das Mitleid des Kommentators hält sich aber in Grenzen: Für Adelsons “ausgebeulte Taschen” sei der Schaden vernachlässigenswert und das Land könne froh sein, von einer Casino-Ansiedlung verschont zu werden. Die hätte zwar Arbeitsplätze geschaffen und Touristen angelockt, aber auch unabsehbare Probleme produziert, meint Landau. “Jedes Kind mit ein wenig TV- oder Kinoerfahrung weiß, dass organisiertes Verbrechen und Casinos zusammengehören wie Brot und Butter”, schreibt der Autor und lobt: “Manchmal machen sogar Angehörige der israelischen Regierung etwas richtig.”
> Matthew Krieger und Sharon Wrobel berichten in der Jerusalem Post, dass die israelischen Kibbuzim (ländliche Kollektivsiedlungen, hier die Erklärung von Wikipedia) wirtschaftliche Erfolge verzeichnen: Für die Fabriken der Kooperativen sei 2006 ein Rekordjahr mit einem Gesamtumsatz von 27,2 Mrd Schekel (rund 4,8 Mrd Euro) gewesen. Damit verzeichneten die 265 Kibbuz-Fabriken eine Steigerung von 9,4% gegenüber dem Vorjahr. Die höchsten Zuwachsraten hätten die Kollektiv-Fabriken im Export erzielt. Wichtigstes Geschäftsfeld der Kibbuzim sei mit einem Anteil von 73% an ihren gesamten Aktivitäten die Herstellung von Plastik und Gummi.
> Dicke Luft in Tel Aviv: das israelische Kabinett hat gestern eine Reihe von drastischen Umweltschutzmaßnahmen beschlossen. Wie Globes berichtet, sollen zum Beispiel ab Januar 2008 alle Dieselfahrzeuge, die älter als 5 Jahre sind, aus dem Zentrum von Tel Aviv verbannt werden, wenn ihre Besitzer nicht Vorkehrungen für eine deutliche Reduzierung des Schadstoffausstoßes treffen.



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