ecolot.de guckt sich um in der großen bunten Wirtschaftswelt und schaut dahin, wo der Blick der Wirtschaftspresse selten hinfällt. Diesmal staunen wir mit dem Belfast Telegraph über Unerhörtes aus dem Munde von Ian Paisley, essen Geburtstagstorte mit und von Marks & Spencer und lauschen dem Stöhnen von Pol O’Muiri über Stromausfälle und Bandansagen.
> Seit sich Protestanten und Katholiken friedlich die Macht teilen, gehen unerhörte Dinge vor in Nordirland. So berichtet der Belfast Telegraph von einer Rede des hierzulande jahrzehntelang als protestantischen Hasspredigers bekannten Reverends Ian Paisley vor Funktionären der Labour Party, in der es – halten Sie sich fest – um die Körperschaftssteuer ging. Deren Senkung könne verstärkt Investoren nach Nordirland locken, die in den vergangenen Jahrzehnten einen Bogen um die Unruheprovinz gemacht hätten, zitiert der Belfast Telegraph den Chef der katholisch-protestantischen Regionalregierung. Zur Zeit habe Nordirland zwar eine niedrige Arbeitslosenquote, leide aber immer noch unter einer signifikanten Strukturschwäche.
> Von einem fröhlichen Jubiläum (unbedingt anschauen: Das Foto zum Artikel vom Biss in die Geburtstagstorte) der Kaufhauskette Marks & Spencer berichtet Belfast-Telegraph-Reporter Nigel Tilson: Vor 40 Jahren eröffnete das Unternehmen seinen ersten Laden in der Provinz. Heute habe das Handelsunternehmen in Ulster 17 Filialen, fast 2000 Angestellte und große Pläne. M&S wolle in einigen Städten neue Niederlassungen eröffnen, berichtet Tilson und lobt das langjährige Engagement der britischen Kaufleute in der Provinz: Allein in den vergangenen beiden Jahren habe Marks & Spencer 75 Millionen Pfund in Modernisierungs- und Entwicklungsprojekte in Nordirland investiert.
> Wenn dem Belfast-Telegraph-Kolumnisten Pol O’Muiri derzeit irgendetwas wirklich auf die Nerven geht, dann sind es die häufigen Stromausfälle. Besonders fuchsig macht ihn aber, dass er bei seinen Anrufen bei der Störungsstelle nur noch ein Band dranbekommt. Früher hätten einem wenigstens freundliche Frauen erklärt, was den Stromausfall verursacht habe (“In einem Fall hatte ein Bauer es geschafft, mit seinem Traktor in die Oberleitungen zu fahren”). Jetzt sage nur noch eine automatische Stimme: “Rufen Sie in drei Stunden wieder an, wenn der Strom dann immer noch nicht wieder da ist”, schimpft der Kolumnist. “Drei Stunden! Was soll ich in der Zwischenzeit machen? Meine Artikel von Hand schreiben und mit der Brieftaube schicken? (…) War es wieder ein verirrter Bauer? Es wäre nett, das herauszufinden.”



0 Kommentare zu “Was geht ab in Nordirland?”