Was geht ab in Südkorea?

ecolot.de guckt sich um in der großen bunten Wirtschaftswelt und schaut dahin, wo der Blick der Wirtschaftspresse selten hinfällt. Nachdem Präsident Roh Moo-hyun als erstes Staatsoberhaupt Südkoreas die “Gelbe Linie” nach Nordkorea überschritten hat, ist auch die Wirtschaft des Landes im Gipfel-Fieber. Wir betrachten mit der Korea Times Chancen und Risiken der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Nordkorea. Wir schauen mit der Seoul Times angeekelt ins Wasser- und heiter ins Weinglas und betrachten schließlich den Beitrag der deutschen Wirtschaft zum “Borderline-Crossing”.

> Die Korea Times schreibt über die Erwartungen der Top-Manager, die den Präsidenten bei dem Gipfeltreffen in Pjönjang begleiten, unter ihnen die CEO’s der Konzerne Hyundai-Kia, SK Group und LG Group. Nachdem die “Wirtschaftliche Zusammenarbeit” bisher einseitig in der Unterstützung des kommunistischen Nordens bestanden habe, hofften die mitreisenden Manager jetzt auf wirkliche Geschäfte. So spekuliere etwa Hyundai-Kia darauf, Züge für Nordkorea bauen zu können und die SK Group auf Kommunikations- und Energieprojekte. “Entgegen den hochgesteckten Hoffnungen haben Wirtschaftsexperten aber darauf hingewiesen, dass einige Gesellschaften bei der Zusammenarbeit mit Nordkorea vorsichtig sein sollten, weil es ihre Reputation auf dem Weltmarkt ruinieren könnte”, schreibt die Korea Times.

> Die Seoul Times konfrontiert Coca Cola mit dem Vorwurf, das das von dem Getränkeriesen vertriebene Mineralwasser Dasani die Substanz Potassium Chlorid enthält. “Wenn Sie mit einer Giftspritze hingerichtet werden, bekommen Sie erst ein Barbiturat gespritzt, dann ein paralysierendes Mittel und schließlich eine Chemikalie, die Ihren Herzschlag aussetzt – Was für eine Übereinstimmung, Sie raten es: Potassium Chlorid”, schreibt das Blatt und zitiert einen Coca-Cola-Sprecher mit der sensationellen Erklärung: “Wenn sie alles aus dem Wasser herausnehmen, bekommen Sie nicht den frischen, sauberen Geschmack, den sich die Konsumenten wünschen.” Das Unternehmen behaupte zwar, die enthaltene Menge sei zu gering, um Gesundheitsschäden hervorzurufen, aber schon der Konsum einiger Dasani-Flaschen am Tag könne Herz-Rhythmus-Störungen, Schweißausbrüche, Übelkeit oder Krämpfe verursachen, warnt die Seoul Times.

> Gnädiger betrachtet die Seoul Times den Siegeszug eines anderen Getränks, das in größeren Mengen nicht ganz ungefährlich ist: Der Weinmarkt des Landes wachse zur Zeit um bis zu 25% pro Jahr, berichtet die Zeitung und interviewt den frischgebackenen Repräsentanten des rheinland-pfälzischen Weinguts Pieroth. In dem Interview zeigt sich Dan Schulte, seines Zeichens Präsident von Pieroth Wine Korea, unbeeindruckt vom harten Wettbewerb der Weinimporteure. Er wolle die edlen Tropfen aus Deutschland ohnehin an “private Weintrinker” und nicht Supermärkten verkaufen. Auf die Frage nach seinen Plänen antwortet Schulte: “Die sind alle streng geheim. War nur Spaß: Ich habe alle möglichen Pläne…” In den kommenden Jahren wolle er eine Pieroth Wine Academy für angehende Someliers und eine Kette von Pieroth Wine Bars eröffnen.

> Zu der symbolträchtigen Überschreitung der “Gelben Linie” durch Präsident Roh Moo-hyun hat übrigens auch die deutsche Wirtschaft einen Beitrag geleistet – und zwar in Form eines gepanzerten Mercedes-Benz S600. Aus Sicherheitsgründen sei bis zuletzt geheim gehalten worden, in welcher Automarke der Präsident zur Grenze fahren werde, berichtet die Korea Times, “während die örtlichen Niederlassungen der ausländischen Luxusmarken wie Mercedes oder BMW die Wahl des Fahrzeugs für die Grenzüberquerung aufmerksam verfolgten”. Die Zeitung selbst hat kaum weniger genau hingeschaut: Das modifizierte S-Klasse-Modell biete “ein hohes Maß an Schutz gegen Feuerwaffen, Granaten und andere Sprengkörper”, notiert das Blatt. “Das Fahrzeug hat hat einen 517-PS-, 5,5-Liter- und V-12-Motor.”

0 Kommentare zu “Was geht ab in Südkorea?”


  1. Keine Kommentare

Kommentar schreiben




Internationale Wirtschaftsnachrichten