Was geht ab in Singapur?

ecolot.de guckt sich um in der großen bunten Wirtschaftswelt und schaut dahin, wo der Blick der Wirtschaftspresse selten hinfällt. Diesmal bestaunen wir mit der Business Times Singapurs properes Wirtschaftswachstum und sehen, wie sein lebenserhaltender Luxus zum Exportartikel wird. Wir lauschen mit der Bangkok Post den weisen Worten eines alten Staatsmannes über dämliche Diktatoren und entdecken schließlich doch selbst in Singapur die Spuren der universellen Menschheitsprobleme.

> Über dem properen Stadtstaat lacht wirtschaftlich die Sonne: Im dritten Quartal hat das Bruttoinlandsprodukt um satte 9,4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt, meldet die Business Times aus Singapur. Hauptantriebskräfte seien der stark wachsende Finanzsektor und ein durch gestiegene Einkommen ausgelöster Bauboom. Aufs Jahr gesehen liege das Wirtschaftswachstum nach Angaben der Regierung bei 6,4% und damit – deren Sorgen möchte man haben – leicht unter den Erwartungen der Märkte. Nebenbei: Wie Business Times außerdem berichtet, hat der Singapore Dollar hat gerade ein 10-Jahres-Hoch erklommen.

> Zu den Attraktionen, mit denen der Stadtstaat Gäste aus dem großen Nachbarland China anlockt, gehören neben sauberen Straßen und einer heimelig autoritären Regierung seine luxuriösen Krankenhäuser. Die “Singapore-style” Hospitals entwickelten sich mittlerweile sogar zum Exportartikel, schreibt Chen Huifen in der Business Times: Eine Investorengruppe habe soeben ein solches Luxus-Spital in Schanghai eröffnet – und neben dem Konzept auch gleich einen ganzen Schwung Führungskräfte aus Singapur importiert. Das Kanglian Hospital suche sogar noch mehr Singaporeaner, berichtet das Blatt. Neben Kanglian habe auch der Privatklinikbetreiber Healthway Medical Group bereits einen Vertreter nach Schanghai geschickt und hoffe, in China einen Fuß in die Tür zu bekommen.

> Außer Privatklinikpersonal exportiert Singapur auch kluge Statements nach ganz Südostasien. So zitiert die thailändische Bangkok Post Singapurs ehemaligen Premierminister Lee Kuan Yew, die Militärjunta in Birma werde nicht ewig überleben, da die Generäle in wirtschaftlichen Fragen “eher doof” seien. “Wie kann man nur die Wirtschaft eines Landes mit so vielen Bodenschätzen durch Missmanagement derart ruinieren?”, hadert der Elder Statesman. Singaporeanische Hoteliers hätten auf seinen Rat hin Millionen von Dollars in dem Land versenkt und stünden nun mit ihren leeren Hotels daher.

> Von den universellen Problemen der menschlichen Existenz bleibt aber auch die Schweiz Südostasiens nicht verschont. In seinem Business Times-Kommentar zum Jahresbericht der Börse höhnt R. Sivanithy: “Angesichts der peinlichen Computerprobleme der Singapore Exchange (SGX) in diesem Jahr ist es wahrscheinlich ganz gut, dass die Worte “bietet eine komplette und effiziente Infrastruktur”, die früher im Mission Statement standen, aus der Version von 2007 verschwunden sind.”

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