Was geht ab in Belgien?

ecolot.de guckt sich um in der großen bunten Wirtschaftswelt und schaut dahin, wo der Blick der Wirtschaftspresse selten hinfällt. Da der zuständige Redakteur weder des Französischen noch des Flämischen mächtig ist, halten wir uns diesmal an das schmale Angebot deutschsprachiger Publikationen aus unserem Nachbarland: Wir lassen mit dem debelux journal den Handel hochleben, sorgen uns mit dem GrenzEcho um das Verbrauchervertrauen, schauen aber doch recht optimistisch auf 2008. Schließlich zittern wir ganz speziell um die Walhorner Wirtschaft.

> Hinter dem Kürzel debelux verbirgt sich niemand Anderer als die Deutsch-Belgisch-Luxemburgische Handelskammer, die das debelux journal herausgibt. Auf ihrer Website empfängt sie uns mit der möglicherweise nicht mehr ganz taufrischen, aber gleichwohl erfreulichen Nachricht, dass der Deutsch-Belgisch-Luxemburgische Handel im vergangenen Jahr “einen Allzeit-Rekord von imposanten € 92 Mrd. Gesamtvolumen” erreicht hat. “Damit konnten die Unternehmen in Deutschland, Belgien und Luxemburg ihr trilaterales Geschäft 2006 um beachtliche knappe 13 Prozente steigern verglichen mit dem Rekord-Vorjahr 2005.”

> Weniger erfreulich ist, was wir im GrenzEcho über das Verbrauchervertrauen der Belgier lesen: Es ist im November dramatisch eingebrochen. “Der letzte spektakuläre Rückgang des Verbrauchervertrauens liegt genau ein Jahr zurück und stand in Verbindung mit den Entlassungen im Brüsseler VW-Werk”, analysiert Belgiens einzige deutschsprachige Tageszeitung. “Ein ähnliches Phänomen wurde seinerzeit auch beim Konkurs der Sabena festgestellt. Dem Einbruch im vergangenen Monat lag allerdings kein derartiges einschneidendes Ereignis zu Grunde. Vielmehr muss die Ursache im Zusammenhang mit der Kaufkraft gesucht werden, wie eine europaweite Untersuchung herausgefunden hat: Die starke Verteuerung von Energie und Lebensmitteln im Herbst hat die Belgier pessimistischer werden lassen. Über einen eventuelle Zusammenhang mit der politischen Krise im Lande gibt das Ergebnis der Untersuchung keine Auskunft.”

> Der Rückgang der Ausgaben von Privatverbrauchern hinterlässt auch seine Spuren in den Prognosen der Nationalbank: Während sie für 2006 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,6% des Bruttoinlandsproduktes rechnet, hat sie ihre Prognose für 2008 von 2,2% auf 1,9% gesenkt. Das mache Nationalbank-Gouverneur Guy Quaden aber nicht nervös, berichtet das GrenzEcho und zitiert den Nationalbanker: “Das Wirtschaftswachstum wird also abgebremst, ohne dass diese Verlangsamung dramatische Züge annimmt, da der Wert weiterhin in der Nähe des Potentials von 2,0% liegt.”

> Vor besonderen Problemen steht die Wirtschaft des Örtchens Walhorn: Dort will Margarete Jungbluth ihren vor fünf Jahren übernommenen Job als Wirtin des Walhorner Vereinshauses “Haus Harna” an den Nagel hängen. Und das ist dramatisch, den “Haus Harna” ist die einzige täglich geöffnete Gaststätte im ganzen Dorf. Die Suche nach einem neuen Wirt sei überaus schwierig, schreibt das GrenzEcho, denn in 9 Monaten soll mit einer aufwändigen Sanierung des Gebäudes begonnen werden. Dann müsse die Gaststätte ohnehin wieder für bis zu 2 Jahre geschlossen werden.

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