Der Zusammenhang zwischen der Entwicklung des deutschen Fußballs und dem Wohlergehen des ganzen Landes ist seit langem bekannt. 1954 beendete bekanntlich das “Wunder von Bern” die Nachkriegszeit und löste das Wirtschaftswunder aus. 1990 ermöglichte der Gewinn der Weltmeisterschaft die Wiedervereinigung. Aber nie waren die Parallelen zwischen Fußball und Echtleben so auffällig wie heute.
Den ehemaligen Bundestrainer Hans Hubert Vogts verband mit seinem Freund Helmut Kohl nicht nur sein unverschämter Ton gegenüber Journalisten, sondern auch der Umstand, dass beide eindeutig zu lange an ihrem Sessel klebten. Gerhard Schröder erwarb sich nicht nur durch die äußerliche Ähnlichkeit und die Vorliebe für elegante Kleidung seinen Ruf als Erich Ribbeck der deutschen Politik. Und wie die Ära von Rudi Völler ist die Kanzlerschaft Angela Merkels von merkwürdigen Frisuren und schlechter Laune geprägt.
Einiges deutet darauf hin, dass Deutschland als Ganzes auch in Zukunft mit Zeitverzögerung die Entwicklung im deutschen Fußball nachvollziehen wird. So rechnen Experten damit, dass unser Land in den kommenden Jahren als Exportnation ebenso Rang 3 in der Welt belegen wird wie die Nationalmannschaft bei der WM 2006.
Das ist bei Lichte besehen ein Abstieg, da die Deutschen bisher ja noch Exportnation Nummer 2 sind, diesen Platz aber bald an China abgeben müssen. Diese Entwicklung spiegelt sich in dem Umstand, dass die deutschen Kicker 2002 ja noch Vize-Weltmeister wurden, im Grunde also bei der WM 2006 einen Rückschlag erlitten.
Der Vergleich von Fußball und Echtleben legt aber die Vermutung nahe, dass die Stimmung im Land sich trotz dieses objektiven Abstiegs dramatisch verbessern wird. Fraglich ist allerdings noch, wer in der Politik die Rolle des Tandems Klinsmann / Löw übernehmen und dieses Wunderwerk der guten Laune bewerkstelligen könnte.
Gesucht werden zwei eigenwillige Schwaben, die niemand auf der Rechnung hat. Beim Blick auf die Auswechselbank der deutschen Politik kämen da zum Beispiel Oswald Metzger und Horst Köhler in Frage. Oder Rezzo Schlauch und Günther Oettinger. Oder Ulrich Maurer und Lothar Späth.
Zugegeben: Das klingt so, so oder so sehr gruselig. Aber manchmal muss man – im Fußball wie im Leben – eben dahin gehen, wo’s weh tut.



Das sind ja unerquickliche Aussichten… (Immerhin haben Schlauch und Späth mit Klinsi auch die Vorliebe füs Vielfliegen gemeinsam) Vielleicht wird’s Zeit, eher eine Sylvia Neid für die Politik zu suchen