Die Süddeutsche berichtet lang und breit über den Zorn von Til Schweiger: Der Schauspieler und Produzent ärgert sich so maßlos darüber, dass sein Film „Keinohrhasen“ nicht für den Bundesfilmpreis nominiert worden ist, dass er selbst einen neuen Filmpreis ins Leben rufen will. Der eilige Leser denkt nur: „Wie peinlich ist das denn?“ Aber das ist voreilig: Gerade Manager und solche, die es einmal waren, sollten sich an Schweiger ein Beispiel nehmen.
Es stimmt schon: Im ersten Moment möchte man der Mimen-Mimose zu einer streng wirtschaftlichen Betrachtung raten: Na gut, deine Leinwandschmonzette ist nicht für den Bundesfilmpreis nominiert, obwohl sie 6 Mio Zuschauer ins Kino gelockt hat. Na und? Steck die Kohle ein, die dein Keinpreisfilmchen eingespielt hat, und freu dich.
Aber das greift natürlich zu kurz. Bei dem, was unsere Leistungsträger so machen, geht es nie nur ums Geld, sondern immer auch um Ruhm und Ego. Nehmen Sie nur mal den Heinrich von Pierer, der jetzt seinen Job als Kanzler(in)berater losgeworden ist (hier der Bericht der Welt). Das wird den Ex-Siemens-Chef ordentlich fuchsen. Dabei war der Job finanziell eher uninteressant. OK – vielleicht hat Pierer ihn als eine Art Premium-Praktikum für eine spätere Tätigkeit als Minister angesehen. Aber das daraus nix werden würde, müsste selbst er schon bemerkt haben – wo er schon sonst nichts mitbekommen haben will.
Statt sich nun nun in den Schmollwinkel zurückzuziehen, sollte der Ex-Manager sich ein Beispiel an Schweiger und seiner Eigenpreisbeschaffung nehmen. Was hält ihn davon ab, sich selbst einen eigenen Kanzler(in)beraterposten zu schaffen? Das geht ganz einfach: Einmal in der Woche einen innovativen Brief schreiben und an „Bundeskanzleramt, zu Händen Frau Merkel, Berlin“ schicken. Fertig. Ob Frau Bundeskanzlerin seine klugen Vorschläge dann zur Kenntnis nimmt, ist ihr Problem – wie bisher auch.
Deutlich schwieriger ist es da im Vergleich für Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel: Der muss schon sein eigenes Finanzamt und seine eigene Staatsanwaltschaft gründen, um sich seine verlorene Reputation zurückzuholen. Aber wenn man sich in Erinnerung ruft, wie er das mit dem Post-Mindestlohn geschaukelt hat, ist man geneigt zu glauben: Der schafft das!



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