Die Arbeitsmarktreformen der rot-grünen Bundesregierung – Gott hab’ sie unselig – leisten ihren Offenbarungseid etappenweise. Heute berichtet die FTD von einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), nach der nur jeder dritte Hartz-IV-Empfänger zwischen 18 und 29 Jahren langfristig aus dem Hilfebezug herausfindet. “Das Ergebnis ist ernüchternd”, meint dazu die FTD. Aber genau genommen ist es nicht ernüchternd, sondern erwartungsgemäß.
Da im Untersuchungszeitraum der Studie (2005 und 2006) die benötigten Ausbildungsplätze schlicht und bekanntermaßen nicht in ausreichender Zahl vorhanden waren, blieben von der angeblich besonders intensiven Betreuung für junge Arbeitslose in der Praxis vor allem die verschärften Sanktionen übrig. Die FTD merkt an, dass die Studie nicht hervorgeht, ob die Situation der Jugendlichen sich 2007 und 2008 mit der Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt verbessert hat. Davon wird man zwar ausgehen können, aber von bleibendem Wert ist diese angenommene Verbesserung ohnehin nicht.
Mittlerweile hat sogar die bisher in sinnfreiem Optimismus schwelgende Bundesanstalt für Arbeit offiziell anerkannt, dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt sich im Zuge des erwarteten Wirtschaftsabschwungs wieder verschlechtern wird. Leider besteht wenig Anlass zu der Hoffnung, dass sich in Bundesagentur und -regierung auch die ähnlich binsige Erkenntnis durchsetzen wird, dass schärfere Sanktionen gegen Arbeitslose keine neuen Jobs und erst recht keine neuen Ausbildungsplätze schaffen.
Wer ermessen will, wozu die “Betreuung” Jugendlicher im Sinne der Hartz-Gesetze führen wird, der möge sich nur für einen Augenblick in einen der betroffenen jungen Menschen hineinversetzen. Die meisten von ihnen sind im Laufe ihrer schulischen Karriere nicht gerade mit Erfolgserlebnissen verwöhnt worden. Dann sollen sie sich in einen Arbeitsmarkt hineinfinden, der ihnen mehr oder weniger unverhohlen zu verstehen gibt, dass er mit ihnen nicht viel anfangen kann. Ach ja: Und die schmale staatliche Hilfe können sie auch schneller loswerden als alle Anderen.
Da ist schon die rhetorische Frage unpassend: Glauben Sie mir, dass Sie frustriert wären? Glauben Sie mir, Sie wären frustriert! Nach Angaben der IAB bezogen selbst im “guten” Jahr 2007 rund 1,35 Mio junger Menschen Hartz IV. Und 1,35 Mio frustrierter junger Menschen können auf Dauer ein Problem werden – und zwar nicht nur für ihre überforderten Arbeitsvermittler.



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