Du darfst (nicht) betrügen

Mikael Krogerus und Roman Tschäppeler zeigen im Buch „50 Erfolgsmodelle – kleines Handbuch für strategische Entscheidungen“, dass sich nicht nur das Wirtschafts- sondern auch das Privatleben in Modelle fassen lässt. ecolot.de stellt einzelne Modelle der Schweizer vor. Teil 4: Das Kognitive-Dissonanz-Modell.

Der Fall des „vornehmen Finanzverbrechers“ (Weltwoche) Bernard L. Madoff, der mit einem Ponzi-Schneeballschema rund 50 Milliarden Dollar vernichtet hat, ist ein Lehrstück in Sachen Moral – oder vielmehr: Nicht-Moral. Wie gelingt es einem sich nach außen hin wohltätigen Unternehmer, Leute bis aufs Blut auszunehmen? Soll heißen: nicht nur riskant zu agieren und das Vermögen Dritter zu riskieren, sondern die Abzocke von vornherein zu kalkulieren? Das „kognitive Dissonanzmodell“ aus dem Buch „50 Erfolgsmodelle – kleines Handbuch für strategische Entscheidungen“ gibt eine Antwort.

„Kognitive Dissonanz“ heißt demnach der vom Psychologen Leon Festinger beschriebene Effekt, der eintritt, wenn das eigene Verhalten (Steven Spielberg ausnehmen / Börsenaufsicht SEC verarschen) mit der Einstellung (Du sollst nicht betrügen! / Finger weg von fremdem Geld) kollidiert. Als Ausweg aus der Misere ändert man entweder sein Verhalten (Bernard L. Madoff Investment Securities LLC hat beschlossen, den betrogenen Kunden das Doppelte ihres Einsatzes zurückzuzahlen und künftig in Tirol Schneebälle für einen guten Zweck zu verkaufen). Oder die Haltung (Man darf betrügen, falls man selbst betrogen wird / Fremdes Geld stinkt nicht). Das Ergebnis nennt Festinger „Konsistenz“. Wofür sich Madoff entschieden hat? Seine zu erwartenden Memoiren aus dem Knast geben wahrscheinlich darüber Aufschluss.

Mikael Krogerus, Roman Tschäppeler
50 Erfolgsmodelle –
kleines Handbuch für strategische Entscheidungen

Kein & Aber 2008, 16,90 Euro
ISBN: 978-3-0369-5529-2

Hier der Blog zum Buch

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