„Ja, und“ statt „Ja, aber“

Mikael Krogerus (Foto) und Roman Tschäppeler zeigen in ihrem Buch „50 Erfolgsmodelle – kleines Handbuch für strategische Entscheidungen“, dass sich nicht nur das Wirtschafts- sondern auch das Privatleben in Modelle fassen lässt. ecolot.de stellt einzelne Modelle der Schweizer vor. Teil 5: Das A.I.-Modell – „Ja, und“ statt „Ja, aber“.

Was für ein Diskussionstyp sind Sie?
Das Kürzel A.I. steht für “Appreciative Inquiry”, eine auf der Motivationsmethode des Amerikaners David Cooperrider fußende Vorstellung, wonach man sich auf die Stärken, das Positive, das Potenzial eines Unternehmens oder einer Person konzentriert. “Was läuft hier besonders gut?”, ersetzt die klassische Beraterfrage: “Welches Problem haben Sie?”

Letztere in Deutschland häufig zu findende Konzentration auf die Schwachstelle, die “Finde-den-Fehler”-Methode, spiegelt eine Geisteshaltung wider, die dem Gegenüber das Gefühl gibt, etwas sei nicht in Ordnung.

Jeder Mensch, jedes System, jedes Produkt, jede Idee, zumal wenn sie roh ist, hat Fehler. Aus diesem Wissen, das zu einem Glauben werden kann, entwickelt sich im besten Fall Perfektion. Aber häufig erstickt die Fokussierung auf die Schwäche eine Leichtigkeit und Freude, die für Arbeitsprozesse essenziell ist. Im Prinzip geht es darum, eine Idee, die noch nicht ausgereift ist, nicht vorschnell zu eliminieren, sondern weiterzuentwickeln. In Diskussionen entlarvt sich die unterschiedliche Geisteshaltung der Teilnehmer. Zum Beispiel an der Art, wie auf Vorschläge reagiert wird:

Der Fehler-Finder: “Ja, aber…”

Der Diktator: “Nein!”

Der Oberleher: “Nein, weil…”

Der A.I.-Weiterdenker: “Ja, und…”

Mikael Krogerus

Mikael Krogerus, Roman Tschäppeler
50 Erfolgsmodelle –
kleines Handbuch für strategische Entscheidungen

Kein & Aber 2008, 16,90 Euro
ISBN: 978-3-0369-5529-2

Hier der Blog zum Buch

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