ecolot.de stellt börsentäglich für handelsblatt.com eine internationale Presseschau zusammen, die dort gegen 11 Uhr und nachmittags auf ecolot.de veröffentlicht wird. Heute: Die internationale Wirtschaftspresse sucht beim Weltwirtschaftsforum in Davos vergeblich nach Auswegen aus der weltweiten Wirtschaftskrise. Das Wirtschaftsmagazin Challenges zweifelt am Erfolg des gestrigen Generalstreiks in Frankreich. Fundstück: Allianz der Schnüffler.
Der Business Report aus Südafrika registriert eine „trübe Stimmung“ am zweiten Tag des Weltwirtschaftsforums von Davos – einerseits weil die Nachrichten, die von der Außenwelt ins Alpendorf vordringen, ebenfalls ernüchternd seien, andererseits, weil von Veranstaltung zu Veranstaltung der Eindruck stärker werde, dass hier keine Lösungen hervorgebracht würden. „Natürlich hat das WWF nie eine Aussicht darauf gegeben, dass sich seine (…) Referenten zu einer Lösung durchringen könnten. Aber dennoch gab es die verzweifelte Hoffnung, dass dieser ganze Reichtum und die ganze Macht, die sich in ein Alpen-Skidorf quetscht, schließlich doch einen Plan ausarbeitet, um der Rezession zu entfliehen.“ Doch stattdessen hätten sich die Gäste in Platitüden und allzu offensichtliche Statements geflüchtet.
Generalstreik ohne Nutzen
Das französische Wirtschaftsmagazin Challenges zuckt mit Blick auf den gestrigen Generalstreik, der angeblich von drei Vierteln der Franzosen befürwortet worden sei, mit den Schultern. „Die Länge des Demonstrationszuges hat gezeigt, dass die Mobilisierung funktioniert hat. Und jetzt? Wird dies dazu führen, dass die Autoindustrie auf Kurzarbeit verzichtet? (…) Die Chefs der kleinen und mittleren Unternehmen davon abbringen, die Kosten zu reduzieren?“ Die einzige Entscheidung, die mit dem Generalstreik in Verbindung stehe, sei die, dass der Trotzkistenchef Olivier Besancenot seine „Neue antikapitalistische Partei“ eine Woche später gründe. Darüberhinaus ähnele das Terrain des sozialen Dialogs nach dem Streiktag eher einem Schlachtfeld.
Wie ein Spielehasser Activision zum Erfolg geführt hat
Forbes porträtiert den Chef des Videospiele-Produzenten Activision, Robert Kotick. Obwohl Computerspiele für den zum Zeitpunkt der Übernahme 26-Jährigen eine Zeitverschwendung waren, sei es ihm gelungen, die bankrotte Firma in die größte und wertvollste Computerspiele-Firma zu verwandeln – mit einem Umsatz von drei Milliarden Dollar pro Jahr, einem Gesamtwert von rund 12,3 Milliarden Dollar und Bestsellern wie „Guitar Hero“, „World of Warcraft“ und „Call of Duty“. Zwar verachte der heute 45-Jährige Socialising, das habe ihn jedoch nicht davon abgehalten, seinerzeit zu einem Ball in Dallas zu fliegen und dort dem Casino-Mogul Steve Wynn von seinen Plänen zu erzählen – am nächsten Tag sei Kotick mit dessen Firmenjet und 300.000 Dollar Investmentkapital nach Hause geflogen. Nach der Allianz von Activision und Vivendi, gegen die sich Kotick anfangs gewehrt habe, kontrolliere der US-Amerikaner nur noch zwei Prozent der Aktien von Activision Blizzard – doch die Aktien seien derzeit rund 135 Millionen Dollar wert.
Silicon Valley, das nächste Detroit?
Wird das Silicon Valley zu einem weiteren Detroit werden, fragt das US-Magazin Newsweek. Mehrere Führungskräfte, darunter Mitarbeiter von HP, sähen düstere Wolken über der US-Technologie-Industrie. Sollten die Ausgaben der Regierung für diese Branche nicht erhöht werden, so der Tenor der Befürchtungen, drohten Länder wie China oder Indien die US-Wettbewerber abzuhängen. „Das könnte weit hergeholt oder hysterisch klingen, aber HP ist kein typischer Ort für Hysterie“, gewichtet das Magazin die Stimmen – die Firma sei die weltgrößte Tech-Firma und beschäftige weltweit 321.000 Mitarbeiter. HP-Chefstratege Shane Robison habe sich für einen permanenten Steuerbonus für Forschung und Entwicklung ausgesprochen. „Vielleicht sollten wir die Autofirmen sterben lassen und das Geld stattdessen in die Technologie pumpen“, meint Newsweek. Denn anders als die Autofirmen aus Detroit hätten die Firmen aus dem Silicon Valley die Gefahren durch ausländische Wettbewerber nicht ignoriert und auch nicht einfach damit weitergemacht, die falschen Produkte herzustellen.
Erfolgreiche Managerinnen bei Ecopetrol
Der kolumbianische Dinero bejubelt die Leistungen dreier Managerinnen von Ecopetrol, der größten Ölfirma des Landes. Diese drei Frauen hätten es geschafft, Kontakt zu einigen der größten Raffinerien der USA und Lateinamerikas herzustellen und so von 2003 bis 2008 den Direktabsatz an Endabnehmer von 40 Prozent auf 65 Prozent zu steigern. Durch den direkten Kontakt zu den Kunden würden nicht nur die Gewinnmargen vergrößert, sondern auch aus erster Hand Informationen über die Entwicklungen der Märkte gewonnen. Nicht zuletzt hätten die Damen auch die Absatzmärkte von Ecopetrol diversifiziert. 2003 seien noch rund 70 Prozent der Exporte in die USA und nach Kanada gegangen. Im vergangenen Jahr habe dieser Anteil nur noch bei etwa 50 Prozent gelegen und der für Europa und Fernost bei rund 15 Prozent.
Fundstück: Allianz der Schnüffler
Welt-Kolumnist Hans Zippert befürwortet die Mitarbeiter-Bespitzelung durch die Bahn, die jetzt mit der Telekom, Schlecker und dem Lidl-Konzern fusionieren wolle – gemeinsamer Nenner: Alle vier Unternehmen beschäftigten sich traditionell mit der Überwachung ihrer Mitarbeiter. „Gemeinsam können sie das effektiver bewerkstelligen, und auch für die Angestellten bringt es Vorteile. Bahn-Mitarbeiter, die einen Vertrag mit der Telekom haben, erhalten Einkaufsgutscheine für Lidl- und Schlecker-Märkte.“



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