Der Kollege Franz Josef Wagner von der “Bild”-Zeitung ist bekannter- und bekennendermaßen ein Jäger der weiblichen Schönheit. In seiner Kolumne “Post von Wagner” enthüllte er in dieser Woche unter der Überschrift “Liebes Warenhaus” die Wurzeln dieser Leidenschaft – und noch mehr.
Jetzt wissen wir: Die Grundlagen der Wagnerschen Jagdleidenschaft wurden im “lieben Warenhaus” gelegt, dem “Warenhausparadies” und “Märchenland”. Eindeutige Hinweise im Text sind: “Meine erste nackte Frau, die Schaufensterpuppe, sah ich. Die schönste Frau in meinen Erinnerungen, mit ihren geschlossenen Augen”, und: “Als Zwölfjähriger lungerte ich in der Unterwäscheabteilung, kiebitzte in Umkleidekabinen” und wohl auch: “…klaute als zehnjähriger Junge eine Dose Bohnerwachs (!)”.
Nun ist das schon mehr, als wir eigentlich wissen, geschweige denn uns vorstellen wollen. Aber Wagner enthüllt in diesem Schlüsseltext noch eine weitere Leidenschaft: “Es gab Probierhäppchen verschiedener Wurstsorten, nach dem zwanzigsten Mal verscheuchte mich die Verkäuferin. (…) Gott, jetzt erinnere ich mich noch, dass ich eine Schallplatte von den ‘Beatles’ klaute, ‘Penny Lane’.”
Auf buchreport.de giftet der Kollege Emil Echo dazu kleinlich: “Wundert es da noch irgendwen, dass die Warenhäuser Pleite gehen?”
Wir aber stellen ohne kleinbürgerliches Ressentiment fest: Aha, der Kollege Wagner ist also Jäger und Sammler.



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