„Katastrophe für den Sparer“

stefan_risseInflation oder Deflation, das ist hier die Frage. Der Finanzjournalist Stefan Riße, bekannt als n-tv-Reporter vom Börsenparkett, warnt in seinem Buch „Die Inflation kommt“ (erscheint im November) vor den Gefahren der Geldentwertung. Im Interview mit ecolot.de gibt der Chefstratege bei CMC Markets Tipps, wie man die Kohle auf der hohen Kante konservieren kann.
Der wachsende Optimismus, dass das Schlimmste der Rezession überstanden ist, verleitet den Markt zur Erwartung, dass die Zentralbanken wie die EZB 2010 die Leitzinsen wieder erhöhen. Ist Ihre Inflationswarnung also überflüssig, weil EZB & Co. bald gegensteuern?
Zum einen glaube ich nicht, dass das Schlimmste hinter uns liegt und insofern auch nicht, dass die Notenbanken die Zinsen bereits wieder anheben, bevor dies offensichtlich werden wird. Zum anderen wissen die Notenbanken genau, dass die Verschuldung nur abgebaut wird, wenn die Inflation die Schulden entwertet, deshalb werden sie lange Zeit die Zinsen tief halten und negative Realzinsen akzeptieren.

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger fordert aus Furcht vor der Deflation einen Null-Prozent-Zins bei der EZB. Was entgegnen Sie ihm?
Ich sehe die Inflation zwar unausweichlich kommen, gehöre aber nicht in das Lager Ultra-Monetaristen, die sich den Goldstandard wieder zurück wünschen. Ich denke, die Fehler, die zu dieser Krise geführt haben, liegen in der Vergangenheit und sind insofern nicht mehr korrigierbar. Jetzt müssen wir uns mit der Krisenbekämpfung beschäftigen und da ist eine gewisse Inflation volkswirtschaftlich wahrscheinlich das kleinste Übel. Für den individuellen Sparer kann es jedoch eine Katastrophe werden.

Was raten Sie Ihren Lesern, um die Ersparnisse zu retten?
Auf keinen Fall langlaufende Festverzinsliche, sondern bald in Sachwerte tauschen, allen voran Gold, vielleicht aber auch substanzstarke Aktien.

risse_inflationStefan Risse:
Die Inflation kommt.
Und wie Sie sich jetzt schon schützen können

Finanzbuch Verlag 2009 (erscheint im November)

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