Passiert mir in letzter Zeit öfter: Ich gehe gedankenverloren die Straße entlang, plötzlich lächelt mich jemand von der Seite an, als wollte er einen Gebrauchtwagen verkaufen. Ich schaue genauer hin, aha, ein Plakat. Ach stimmt: Wahlkampf ist ja auch gerade.
Ist ja gar nicht so, als wollte ich mich vor meiner Demokratenpflicht drücken. Wenn ich mich vor so einem Plakat wiederfinde, denke ich schon darüber nach, wen ich mir eigentlich als künftigEn KanzlerIn wünsche: Frank-Walter, die weißhaarige Wiedervorlage der Regierung Schröder? Oder Angela, die murmelnde Mutter der GroKo?
Was GroKo ist? Na, die Große Koalition natürlich. Hat sich nicht durchgesetzt, wäre aber doch ein schöner, griffiger Markenname für diese Regierung gewesen. Wäre in den Medien bestimmt super angekommen. Ich sehe die “Bild”-Schlagzeile förmlich vor mir: “Angie steckt wieder alle ins GroKo-Täschchen.” Hi hi.
Aber diese Regierung hat von Anfang an ein Marketingproblem gehabt. Kein Wunder: Alle Beteiligten haben sich nach Kräften bemüht, sie als die Folge einer Art Wahlblechschaden darzustellen. Und haben dem Volk statt der Marke GroKo jede Menge Neuwagen angedreht. Jetzt geht es mit der Regierung selbst so, wie mit den Autos bei der Abwrackprämie: Alle geiern nur darauf, das alte Modell loszuwerden und fragen sich überhaupt nicht, ob sie mit einem neuen wirklich besser fahren.
Da muss man sich auch nicht wundern, dass die Plakate mit Gebrauchtwagenhändlerlächeln höchstens mal einen Passanten aus seinen Gedanken, aber niemanden vom Hocker reißen.



0 Kommentare zu “Wirtschaftswache: Abwracken statt GroKo”