Wirtschaftswache: Landesvater mit Hartz

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen will den Begriff „Hartz IV“ abschaffen, weil er „so negativ besetzt“ ist. Das ist mal eine richtig gute Idee. Es gibt da nur ein Problem: Auch wenn man diesem Gesetz den schönsten Namen der Welt gäbe, wäre er in Nullkommanüscht ebenso „negativ besetzt“. Wenn man zu viele Arbeitslose zwingt, sich um zu wenige Jobs zu balgen, ist es es auf Dauer völlig wurscht, ob man das „Hartz IV“, „Freibier für alle“ oder „Ursula“ nennt.
Es gibt allerdings ein anderes Argument für die Umbenennung von „Hartz IV“, das nicht von der Leyen zu weisen ist: Der Name war von Anfang eine Nebelkerze. Der namensgebende Peter, damals als engagierter Personalmanager und heute als eifriger Puffkunde aktenkundig, hatte schließlich nur ein bisschen politisches PR-Theater mitgemacht. Ehrlicher wäre ein Name gewesen, der die Bürger immer daran erinnert hätte, wem sie die Reform und die ganze Anti-Faulenzer-Kampagne drumherum wirklich zu verdanken hatten. Genau genommen hätte das Ganze also „Schröder IV“ oder „Clement IV“ genannt werden müssen.

Eine entsprechende Nachnominierung würde aber heute nichts mehr bringen, da die Namensverweigerer von damals sich mittlerweile in die wohlverdiente politische Bedeutungslosigkeit verabschiedet haben. Aber da drängelt sich ja zum Glück schon ein anderer Kandidat für das Namenspatronat vor: Roland Koch, der voller Leidenschaft den Landesvater mit Hartz gibt und den Arbeitslosen durch Einführung einer Arbeitspflicht zeigen will, wo der Hammer hängt, den sie angeblich keine Lust haben, dort abzuholen.

Das wäre doch eine perfekte Lösung: „Koch IV“ statt „Hartz IV“. Das würde auch noch passen, wenn die politische Karriere des namensgebenden Roland dermaleinst der rot-grüne Rasen decken sollte. Es würde nämlich wunderbar anschaulich machen, worum es bei der Reform und dem ganzen Begleit-Trara wirklich ging und geht: Darum, auf dem Problem der Massenarbeitslosigkeit ein politisches Süppchen zu kochen.

1 Kommentar zu “Wirtschaftswache: Landesvater mit Hartz”


  1. 1 Hartmut Holz

    Das ganze hat doch Methode. Denn es liegt doch im aktuellen Trend Hartz IV Bezieher in die Schmarotzer Ecke zu stellen.

    Und damit soll von den aktuellen Problemen, die die Bundesregierung hat, abgelenkt werden.

    Außerdem je weiter es, mit der Arbeitsmarktreform, abwärts geht, desto
    gefährlicher werden deren Erfinder und Befürworter.

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