Spekulationen über EU-Rettungsplan für Griechenland

Die internationale Wirtschaftspresse diskutiert den angeblichen Rettungsplan für Griechenland. Die New York Times staunt, dass Deutschlands Exportweltmeister-Titel China so lange widerstanden hat. Fortune bezweifelt, dass es Google mit Buzz wirklich gelingen wird, Facebook anzugreifen. Fundstück: Die Schlacht der Milliardäre.

Die Bundesregierung bereitet ein Hilfspaket für Griechenland vor. Wie das Wall Street Journal meldet, sei eine europäische Lösung unter deutscher Führung in der Diskussion. Finanzminister Wolfgang Schäuble befinde sich in Verhandlungen mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet. Diese Gespräche verdeutlichten vor allem die Befürchtungen der Europäer, dass die hohen Schuldenniveaus in Griechenland, Spanien und Portugal die Gemeinschaftswährung aushöhlen könnten. Seit Wochen treibt die Angst vor einer Staatspleite Griechenlands den Kapitalmarkt um. Die Risikoaufschläge auf hellenische Staatsanleihen und Kreditderivate stiegen rasant an. Athens Defizit für 2009 soll rund 13 Prozent des Bruttosozialprodukts betragen – und damit weit über der in der Eurozone eigentlich vorgeschriebenen Drei-Prozent-Marke liegen.

Die Financial Times sieht in den Aktivitäten in Berlin vor allem die Bemühung, eine Art Brandschutzmauer zu bauen, die verhindern soll, dass die Schuldenkrise gänzlich außer Kontrolle gerät. Der starke Verfall des Euro sowie der Druck auf die Anleihen habe die Krisenpolitik nötig gemacht. Deutschland als Europas dominante Wirtschaftskraft könne man die Führungsrolle auch zutrauen, denn “was mal ein griechisches Problem war, könnte schnell ein europäisches werden.” Ein Sprecher Angela Merkels habe aber dementiert, dass die entsprechenden Maßnahmen bereits getroffen seien.

Bundesbankchef Axel Weber mahnte die EU-Staaten, sich nicht im Windschatten Griechenlands bei der Haushaltssanierung auszuruhen, meldet die Financial Times Deutschland. Auch Deutschland befinde sich in einem Defizitverfahren. Die EU habe je nach Ausgangslage den jeweiligen Ländern Fristen bis 2012 beziehungsweise bis 2013 gegeben, ihr Defizit wieder unter die EU-Obergrenze von drei Prozent des BIPs zu drücken “Es ist essenziell, dass sie sich auch an den Konsoliderungspfad halten,” so Weber. Entsprechend argumentiere auch der IWF. Deutschland habe Vorbild-Funktion, so der IWF: “Das Vorgehen Deutschland könnte beispielhaft für andere Länder sein. Es würde einen negativen Mix aus straffer Geldpolitik und laxer Haushaltspolitik zu vermeiden helfen.”

Nach Bekanntwerden der Initiative für Griechenland kletterte der Euro über die Marke von 1,38 Dollar. Die Finanzmärkte reagierten insgesamt positiv auf das geplante Rettungspaket für Griechenland, schreibt die Business Week. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 1,5 Prozent und kletterte damit wieder über 10.000 Punkte. Der Standard & Poor?s 500 Index legte 1,3 Prozent zu.

China überholt Deutschland

Deutschland sei enttäuscht, aber nicht überrascht, dass China nun endgültig Exportweltmeister sei und die Deutschen in dieser Rolle ablöse, meldet die New York Times. China schob 2009 Güter im Wert von 1,2 Billionen Dollar über seine Grenzen, bei Deutschland liege das Exportvolumen nur bei 1,1 Billionen Dollar. Vertreter des BDI hätten den Verlust des Titels, den Deutschland bereits seit 2003 hält, ohnehin nur “für eine Frage der Zeit” gehalten, China sei ja schließlich auch 15 Mal größer als Deutschland. Werner Schnappauf, BDI-Hauptgeschäftsführer, ist daher auch nicht geknickt: “Deutschland steht für ein Prozent der Weltbevölkerung, hat aber einen Weltmarktanteil an grüner Technologie von 16 Prozent.” Der Trostpreis für die Deutschen: Im Dezember 2009 lagen die deutschen Exporte um 3,4 Prozent über Vorjahr.

Der Ärger bei Toyota nimmt kein Ende

Die Ankündigung von Toyota, weitere 400.000 Prius und andere Hybridautos weltweit zur Reparatur zurück zu rufen, zeigt laut Economist, dass bei dem weltgrößten Autohersteller nicht nur die Bremsen nicht funktionieren. Abzuwarten, bis ein Problem überkoche und erst hinterher aufräumen zu wollen, sei immer eine schlechte Idee. Die schlechte Publicity werde nämlich langsam teuer: Der Absatz in USA ist im Januar um 16 Prozent eingebrochen, der Aktienkurs um 20 Prozent seit der Ankündigung der Rückrufaktionen. Inzwischen stehe überdies Toyotas gesamte Hybridtechnologie im Verdacht: “Das wird dem Unternehmen sicher nicht helfen, seine führende Rolle im Hybrid-Segment zu halten, während die Konkurrenz Schlange steht, um ihre eigenen grünen Modelle vorzustellen.”

Gut und Böse im Online-Spiel

Die Wirtschaftszeitung Expansión beobachtet einen schlagfertigen Meinungsaustausch unter Internet-Surfern in Spanien zum Kommentar des Telefónica Präsidenten César Alierta, er wolle Suchmaschinenbetreiber wie Google möglicherweise bald zur Kasse bitten. Dieser Vorstoß scheine auf den ersten Blick gerechtfertigt, schließlich verdienten Google und Co. mit ihren Geschäften im Internet viel Geld, ohne für die Wartung und Instandsetzung desselben aufzukommen. Auf der anderen Seite übergehe Telefónica mit diesem Argument die Tatsache, dass gerade die meist kostenlosen Dienstleistungen von Suchmaschinenbetreibern und insbesondere von Google maßgeblich zur Nutzung des Internets beitragen und so auch dem Netzbetreiber Kunden verschaffen. Zusätzlich müsse Telefónica bedenken, dass Google für die meisten Internet-User als das “Gute” im Spiel gegen das “Böse” gelte. Und als böse wolle Telefónica sicherlich nicht wahrgenommen werden, kommentiert die Zeitung.

Hat Google wirklich eine Chance gegen Facebook?

Google pflegt für gewöhnlich mit dem Versuch zu scheitern, soziale Netzwerke zu starten, schreibt Fortune. Gleich nachdem das Management “Google Buzz” vorgestellte – eine Anwendung für Gmail, die eine Art von Twitter-Meldungen erlaubt – wurden die ersten Fragen laut, ob Buzz Twitter oder Facebook wirklich gefährlich werden könne, so wie geplant. Bislang seien Googles Versuche, soziale Plattformen zu installieren, ja immer gescheitert: Orkut beispielsweise, das wohl eine Zeit lang in Brasilien funktionierte, jetzt aber endgültig Facebook unterlegen sei. Oder OpenSocial, Googles Versuch, einen Entwicklungsstandard für Social Networks einzuführen, der nie von Erfolg gekrönt war. Auch Google Wave, ein Service für virtuelle Teams, hatte einen schwachen Start. Das Magazin fragt sich daher, ob Google Buzz nicht ganz schnell seinen Buzz verlieren und im Orkus verschwinden wird?

Fundstück: Schlacht der Milliardäre

In Valencia wird eigentlich der America Cup gesegelt, aber tatsächlich beschießen sich vor allem zwei Billiardäre mit einer Breitseite nach der anderen, meldet die BBC. An den Bord-Kanonen stehen der US Software-Tycoon Larry Ellison mit seinem Team BMW Oracle und Bio-Tech-Größe Ernesto Bertarelli mit seiner Crew Alinghi. Die beiden streiten vor Gericht schon um die Regeln, das zu verwendende Boot und die dazu gehörige Technologie, seitdem Alinghi 2007 in Neuseeland das Rennen gewann. Der ganze Krach habe inzwischen zu “Löchern im Rumpf unter der Wasserlinie” geführt, da sich Sponsoren wie Banco Santander, UBS und Nestle inzwischen genervt davon machten. In Folge sank das Budget der Veranstaltung von 230 Millionen Euro in 2007 auf nur mehr acht. Vor drei Jahren war der Americas Cup noch die drittgrößte Sportveranstaltung nach dem Weltcup im Fußball und rund fünf Milliarden Euro wert – inzwischen sei es jedoch unter “ferner liefen” gelandet.

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Mitarbeit: Florian Käfer

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1 Kommentar zu “Spekulationen über EU-Rettungsplan für Griechenland”


  1. 1 Angeblich zahlt Deutschland 20 Prozent des griechischen Hilfspakets

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