Immer wieder Amazonärger

Teile des Buchhandels regen sich einmal mehr darüber auf, dass ein traditioneller Branchenakteur (KNV) mit Amazon kooperiert. Wolfgang Tischer zeigt, was da alles in der Diskussion schief läuft. Ich muss sagen, nach über 10 Jahren Branchenbeobachtung ertrage ich diese Debatte über Amazon nicht mehr, erst recht nicht, wenn sie von Halbwissen geprägt ist (das ist echt peinlich, sich per Statement einzubringen und die Fakten nicht draufzuhaben). Amazon ist ein Marktakteur wie Bonnier, Thalia, Holtzbrinck & Co. Wenn sich Amazon nicht an Gesetze hält, muss Amazon in die Schranken gewiesen werden, eben genauso wie Thalia und die anderen. Aber sonst gilt: Findet euch doch damit ab, dass Amazon da ist, mitmischt, mal schlechte, mal gute Ideen hat, die beim Kunden (Käufer, Autor, Leser) oft gut ankommen oder eben nicht. Das große Sterben traditioneller Branchenakteure durch Amazon und/oder E-Books ist bislang ausgeblieben, und ich sehe kein Anzeichen dafür, dass sich das ändern wird. Stellt euch doch bitte mal selbstbewusst statt ewig lamentierend diesem Wettbewerb, und hier meine ich primär Buchhandel, aber auch Verlage. Der Kunde wird nicht durch Mitleid animiert zu kaufen, sondern guten Service, exzellente Produkte.
Ansonsten empfehle ich den Kommentar von Matthias Ulmer im Börsenblatt-Artikel, der eigentlich alles Wichtige sagt – und sich erfrischend selbstbewusst dem Wettbewerb stellt.
PS: Habe gerade Kommentare in der FB-Gruppe Buchhandelstreff gelesen, habe den Eindruck, dass die dort vertretenen Buchhändler gedanklich viel weiter sind und die KNV/APub-Causa viel differenzierter und pragmatischer sehen als Buchhandels-Genossen wie die eBuch oder die Thalia-, Osiander und Mayersche-Chefs...